Bouldern für einen starken RückenMit Sicherheit haben Sie bereits ein Bild von Kletterhallen im Kopf: an der Wand sind verschiedene Griffe in unterschiedlichen Farben und der Sportler klettert durch ein Seil gesichert nach oben. Bouldern ist fast das Gleiche. Man klettert nicht besonders hoch, daher reicht eine Matte am Boden – ein Seil wird nicht benötigt. Die Preise sind folglich in der Regel niedriger.

Sinn der Sache ist das bezwingen unterschiedlicher Routen. Die Steine an der Wand haben bestimmte Farben, die dem Schwierigkeitsgrad entsprechen. Leichte Steine lassen sich leicht greifen, während schwere oft nur mit extremer Griffkraft zu fassen sind. Die Strecken selbst sind auch verschieden schwer. Zum Beispiel kann eine schwere Strecke mit leichten Griffen immer noch komplizierter zu bewältigen sein als eine leichte Strecke mit etwas schwierigeren Griffen.

Die Routen sind daher sehr vielfältig. Manche gehen gerade nach oben, andere seitwärts und wieder andere beinhalten Neigungen. Bei einigen klettert man sogar parallel zum Boden an einer „Decke“ entlang.

Reine Flow-Erfahrung

Es macht einfach riesigen Spaß die unterschiedlichen Strecken zu bewältigen. Meistens scheitert man bei den ersten Versuchen, bis man dann doch noch einen Weg gefunden hat. Gerade in der Gemeinschaft erhält man so einen großen Ansporn, das Beste aus sich heraus zu holen.

Spielend trainiert man beim Bouldern die Griffkraft, den Rücken und Bizeps, aber auch die Willenstärke. Hat man bei einer Strecke mehrmals versagt, packt einen der Ehrgeiz und man mobilisiert seine ganze Kraft, um doch noch das Ziel zu erreichen. Scheitern ist keine Option.

Wie beim Krafttraining, hat auch Bouldern daher großartige Auswirkungen auf das gesamte Leben. Die erforderliche Charakterstärke zum Meistern komplizierter Strecken wird Ihnen in vielen schwierigen Lebenssituationen helfen. Es wird natürlich auch Ihr Gewichtstraining unterstützen. Gesteigerte Griffkraft und Ausdauer beschleunigen die Fortschritte gerade bei Übungen wie Kreuzheben und Klimmzüge. Ein bis zwei Mal in der Woche bildet Bouldern eine hervorragende Ergänzung.

Einfach machen

Sollte Ihr Interesse geweckt sein, probieren Sie es doch einfach mal aus. Ob Mann oder Frau, Bouldern ist für jeden geeignet. Für den Anfang empfehle ich Ihnen, ohne Ausrüstung einfach loszulegen. Ziehen Sie sich Turnschuhe an und versuchen Sie sich an den Einsteiger-Routen. Sollten Sie sich dafür begeistern, lohnt sich die Anschaffung hochwertiger Boulderschuhe. Mit diesen haben Sie deutlich mehr Kontrolle und daher auch mehr Sicherheit. Schwierige Strecken erfordern zwingend entsprechendes Schuhwerk. Bei nahezu jeder Boulderhalle werden Sie sich Schuhe ausleihen können. Tun Sie dies und ermitteln Sie Ihre Größe. Danach können Sie sich eigene Schuhe zulegen. Ich selbst bin mit diesen Kletterschuhen äußerst zu frieden. Sie haben mir gute Dienste geleistet.

Man benötigt weiterhin einen festen, rutschsicheren Griff. Nach kurzer Zeit werden jedoch die meisten Menschen an den Händen schwitzen. Hier schafft Chalk Abhilfe. Es trocknet die Hände aus und ermöglicht dadurch einen optimalen Griff. Chalk bildet auch eine bessere Alternative zu Handschuhen beim Gewichtstraining. Praktisch wäre zu dem ein Chalk-Bag, damit man das Pulver bequem beim Klettern transportieren kann.

Learning by Doing

Die meisten guten Hallen bieten Kurse an, um Ihnen eine saubere Klettertechnik beizubringen. Fühlen Sie sich frei diese aufzusuchen. Ich selbst habe lieber einfach drauf los geklettert. Zusammen mit Freunden macht es mir auch Monate später noch Spaß und die Fortschritte sind beachtlich. Trotzdem ist eine optimale Technik natürlich empfehlenswert, für den Anfang aber nicht zwingend notwendig.

Zusammengefasst bietet Bouldern eine kostengünstige Alternative zum normalen Klettern. Gerade für Menschen wie mich, die unter Höhenangst leiden, bieten sich die niedrigeren Höhen an. Probieren Sie es einfach mal aus, es lohnt sich. 

(Foto: Klaus-Uwe Gerhardt  / pixelio.de)