Es gibt vier Kategorien von Müll in Deinem Leben: den in Deinem Kopf, den in Deinem Körper, den in Deinem Besitz und den in Deinem sozialen Umfeld.

Willkommen im Reich der Entropie

Ein Blick auf Deinen Schreibtisch genügt sicherlich, um Dir bewusst zu machen, dass sich Müll ganz von alleine ansammelt. Das ist vollkommen natürlich…

…und für Physiker sogar ein Gesetz, welches auf den 2. Hauptsatz der Thermodynamik zurückzuführen ist. Es besagt, dass das Maß der Unordnung (aka Entropie) des Gesamtsystems beständig zu nimmt. Soll heißen: Jedes Mal, wenn Du etwas bereinigst, kannst Du den Müll nie wirklich beseitigen. Du kannst ihn nur woanders hin verfrachten. Wenn Du Schmutz von Deinem Boden aufwischst, dann ist er nicht einfach weg. Er landet im Abwasser und verteilt sich dort noch mehr: Die Entropie des Gesamtsystems nimmt immer zu.

Du selbst und Dein gesamtes Leben sind aber auch Teilsysteme des Gesamtsystems unserer Welt und wenn Du nichts dagegen unternimmst und den Müll immer schön draußen hältst, dann fließt er auch in Dein Leben zurück und zwar dauerhaft. Dann nimmt auch die Entropie Deines Lebens immer weiter zu. Dein gesamtes Dasein verkommt somit von ganz allein immer mehr zu einer Müllhalde – wenn Du nichts dagegen tust. Genau deswegen haben lethargische Menschen auch so ein vollkommen zugemülltes Leben. Dank ihrer Trägheit denken, reden, sammeln, besitzen und umgeben sie sich mit Sch***.

Das ist wie mit der Entwicklung unseres Körpers: Schwach und fett wird er von allein. Aber erst dann, wenn wir aktiv etwas dagegen unternehmen, wird sich auch etwas daran ändern. Wirklich erfolgreich werden wir hier jedoch nur dann, wenn wir unsere Bestrebungen nicht nur auf unser Training und unsere Ernährung beschränken, sondern dann, wenn wir sie auch auf unser gesamtes Leben übertragen und genau darum soll es hier gehen.

In Deinem Kopf…

hinter Deiner Stirn, in den Windungen Deines Gehirns und den Tiefen Deines Geistes sammeln sich mit der Zeit von ganz allein Ideen, Vorstellungen und Konzepte an, die nichts weiter als der reinste Gedankenmüll sind.

Gedanken sind wie Farben. Man kann unendlich viele Bilder mit ihnen malen. Schöne Bilder, nützliche Bilder, motivierende Bilder, verbindende Bilder, tiefgründige Bilder, ansprechende Bilder, bewegende Bilder, schockierende Bilder, entsetzliche Bilder, geschmacklose Bilder hässliche Bilder usw. Aber man darf die Farben nicht verurteilen, wenn einem das Bild nicht gefällt. Es liegt in der Hand des Künstlers, was er daraus macht. Ein wirklich guter Künstler ist also nur der, der sich im Griff hat, der den Umgang mit den Farben zu beherrschen und sie rein zu halten weiß; der weiß, welche Farben miteinander harmonieren und welche nicht.

Christian ZippelEs gibt eine ästhetische Ordnung in unserer Welt. Alles was stabil und erfolgreich ist, folgt auch ästhetischen Gesichtspunkten. Um dies zu verstehen, reicht es bereits vollkommen aus, die Ästhetik einer einzigen Schneeflocke zu schauen. Bereits ein solch kleines Wunder der Natur scheint einer komplexen Ordnung einerseits und einer atemberaubenden Schönheit andererseits zu unterliegen. Alles, was funktionieren und bestehen soll, was erfolgreiches Prinzip werden soll, muss ebenso geordnet und schön sein.

Doch wie steht es um Deine Gedanken? Sie sind überaus komplex. Doch sind sie auch geordnet? Sind sie schön? Sind sie stabil? Oder fliegen sie wild umher? Ist Dein Geist etwa ein Spielball, der von den Gewalten der auf Dich einströmenden Meinungen, Prophezeihungen und Versprechen hin- und hergerissen wird? Gleicht Dein geistiger Horizont der Ästhetik der Morgenröte oder eher dem flatterhaften Leuchten einer billigen Glühbirne? Was glaubst Du wirklich? Woran hältst Du Dich fest?

Jeder Mensch sucht sich im Laufe seines Lebens einen Gedanken – einen Fixpunkt –, an dem er sich festhalten und orientieren kann. Alles andere – die gesamte weitere Welt – wird von diesem Punkt aus relativiert und immer so weit in Frage gestellt, bis es mit dem eigenen Glauben und seinen Zielen übereinstimmt.

Das ist durchaus natürlich. Ohne einen festen Bezugspunkt würde der normale Mensch überaus schnell verrückt werden. Er muss etwas haben, etwas was ihm den Anschein von Gewissheit und Sicherheit verleiht, etwas was ihm den Anschein vermittelt, dass seine eigene Existenz und die seiner Welt nicht sinnlos ist.

Aber so etwas gibt es nicht.

Oder doch?

Was ist uns wirklich gewiss? Was hat Bedeutung für uns? Für mich und den klassischen Leser dieses Blogs ist es vor allem eines: Der Glaube an das eigene Potenzial. Das Vermögen, sich selbst zu einem gesunden, schönen, intelligenten, würdevollen und starken Menschen zu entwickeln, der sich über die widrigen, schädlichen, hässlichen, dümmlichen und niederen Schwächen der Welt erhebt. Ein Mensch kann nur aufsteigen, indem er diese Schwächen hinter sich lässt und er wird umso höher steigen, je mehr er diesen Ballast von sich abzuwerfen weiß.

Und ach, wieviel Ballast schwirrt doch durch unsere Köpfe. Wahnvorstellungen, falsche Ideale und Irrglaube ist in allen von ihnen beheimatet. Sie alle sind die Ketten unseres Geistes, die uns daran hindern, uns frei zu entfalten. Mir ist es völlig einerlei, welch Gedankenmüll sich bei Dir im Laufe der Jahre angesammelt hat. Ich möchte Dich jedoch dazu bewegen, hier einmal gehörig aufzuräumen. Nimm Dir dafür ruhig ausreichend Zeit – sie wird nicht verschwendet sein. Denn hier in Deinem Kopf liegt der Werdegang Deines gesamten Lebens begründet. Dein Geist und Deine Gedanken sind die Grundlage all Deiner Handlungen, Aussagen und Entwicklungen. Mit ihnen steigt und fällt alles – Deine gesamte Welt ist einzig und allein von ihnen abhängig. Du solltest hier schleunigst Ordnung machen.

Schmeiß alles kompromisslos raus, was Dich bremst und belastet. Es hat hier nichts zu suchen. Weg damit. Bring den Müll raus, lass ihn nicht liegen, denn er macht dumm und Dummheit ist eine der größten Schwächen überhaupt. Reinige Deinen Blick, Dein geistiges Auge. Du brauchst einen klaren Verstand, um in dieser Welt bestehen und verstehen zu können. Du musst auch all das herauskehren, was Dich an Deinem kleinlichen und engstirnigen Leben festhält. Du wirst nur dann ein besserer Mensch werden können, wenn Du von dem ablassen kannst, was Du momentan denkst und bist. Lass es los. Lass es weggleiten. Befreie Deinen Geist. Erkenne Dein Potenzial. Raus mit dem ganzen Müll.

Du musst lernen, selbst zu denken und alles zu hinterfragen, was Du denkst und noch mehr das, was andere denken. Die meisten Menschen denken nicht selbst. Sie glauben nur das, was sie glauben, was andere Menschen denken. Doch jeder Mensch ist selbst für das verantwortlich, was er denkt und glaubt. Gibt er hier seine Autonomie auf, so gibt er auch sich selbst auf. Wer keine eigene Meinung hat, dessen Meinung ist wertlos. Aber wenn wir dies wirklich so stringent sehen würden, dürfte wohl kaum ein Mensch wählen gehen.

Werde Dir über Deine Ziele klar. Sei Dir bewusst, dass Dein Leben nicht selbstverständlich ist und es jeden Moment zu Ende sein könnte. Werde Dir darüber klar, warum Du am Leben bleiben willst; was Du erreichen und was bewegen willst. Dann frage Dich, ob dies auch wirklich würdevolle und honorige Ziele sind. Ziele, die einen ehrenhaften Menschen auszeichnen und nicht beschmutzen. Werde Dir über die Mittel und Wege bewusst, die Du zur Erreichung dieser Ziele verwenden und beschreiten musst. Sind diese Mittel und Wege unwürdig, dann sind es auch Deine Ziele. Sind sie es nicht, dann bedeutet dies im Umkehrschluss aber noch lange nicht, dass Deine Ziele würdevoll und ehrenhaft sind. Erst wenn sowohl Deine Ziele als auch Deine Mittel und Wege diese Attribute aufweisen, erst dann bist Du reinen Geistes und wirst auch ein ebensolches Leben führen können. Ein Leben, in dem Du aufrechten Blickes in den Spiegel blicken kannst ohne Dir selbst auch nur den geringsten Vorwurf machen zu müssen – ein Gewissen natürlich vorausgesetzt.

Wenn man jedoch so kompromisslos im eigenen Geist aufräumt, dann wird am Ende nicht viel übrig bleiben, aber das ist nicht schlimm. Qualität entsteht nicht durch Quantität, sondern dadurch, dass man alles entfernt, was der Qualität im Wege steht und sie verdeckt; so wie überschüssiges Körperfett das Muskelrelief eines Bodybuilders. Also speck ab, was die Trägheit Deines Denkens, Deinem Geiste angedeihen ließ. Mache eine Defiphase für den Kopf, denn nicht nur im Körper, auch im Geist sammelt sich eine Menge überschüssiger Müll an. Und ebenso, wie erst der Körper wirklich ästhetisch wird, der sich von seinem zu viel an Fett befreit, so wird es auch dem ergehen, der es versteht, auch seinen Geist auf Vordermann zu bringen. Also: Bring endlich den Müll raus!

In Deinem Körper…

sammelt sich im Laufe Deines Lebens eine Menge Müll an. Dabei meine ich nicht nur überschüssiges Körperfett, sondern die ganzen Ausschweifungen an schädlichen Substanzen. Sie machen Spaß, sie putschen Dich hoch, sie machen gesellig, sie sind billig zu haben, industriell herstellbar, sie senken die Hemmschwelle, sie steigern Deine Leistungsfähigkeit, sie sind einfach wunderbar, sie kaschieren all unsere Schwächen. Aber indem sie dies machen, machen sie nichts anderes, als das sie täuschen. Sie täuschen eine Welt vor, die es nicht gibt. So täuschen wir andere Menschen und vor allem täuschen wir damit uns selbst.

Eine Schwäche wird man nicht los, indem man sie ausblendet und sie kaschiert. Eine Schwäche wird man nur dann los, indem man sie bloßstellt, offenlegt und sie gnadenlos bekämpft, bis sie schlussendlich zur Stärke geworden ist.

Man ist kein lustiger und interessanter Mensch, wenn man diese Eigenschaften nur dann an den Tag legen kann, wenn man voll wie ne Strandhaubitze ist und die Probleme, die man hat, verschwinden dadurch noch lange nicht. Man ist kein leistungsfähiger oder kreativer Mensch, wenn man dafür auf Nikotin und Koffein angewiesen ist und man ist auch kein sozialer Mensch, wenn man dies alles nur konsumiert, um mit anderen Menschen etwas gemeinsam zu haben. Vielmehr ist man so nichts weiter als ein schwacher Idiot. Man lebt auch nicht gesund, wenn man sich industriellen Fertigmüll hinter die Kiemen schiebt, um dadurch schneller und effizienter leben zu können. Das einzige was dadurch schneller und effizienter von Statten geht, ist der Untergang der eigenen Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Langfristig ist Fast Food die größte Entwicklungsbremse, die man sich nur vorstellen kann.

Genau hier liegt jedoch das größte Problem beim Umgang mit unserem Körper. Wir sehen immer nur die kurzfristigen Auswirkungen und verdrängen die langfristigen Entwicklungen. Aber nur wenn wir lernen unseren Blick auf diese zu wenden, werden wir verstehen, was unserem Körper schadet und was ihm bei seiner Entwicklung hilft. Du solltest primär immer langfristig denken. Frage Dich stets: Was sind die langfristigen Konsequenzen meines Konsumverhaltens? Wie würde sich mein Befinden, meine Entwicklung und meine Gesundheit entwickeln, wenn ich dieses Konsumverhalten langfristig beibehalten würde?

Ok, wirst Du sagen, aber ein paar Male werden ja nicht schaden?! Ich aber frage Dich: Wenn Dir etwas generell Schaden zufügt, warum solltest Du es dann im Einzelfall akzeptieren? Um abschalten zu können? Um einmal richtig Spaß haben zu können? Um dem grauen Arbeitsalltag entfliehen zu können? Ja natürlich, warum nicht. Aber wenn Du mich fragst, ist dies nicht wirklich die Legitimation, um den eigenen Körper zuzumüllen. Vielmehr ist es nichts weiter als eine Art der Verdrängung: Wenn wir abschalten wollen, zur Abwechslung mal Spaß haben wollen, entfliehen wollen usw. dann sagt uns dies nichts anderes, als das wir mit überaus vielen Aspekten unseres Lebens momentan alles andere als zufrieden sind. Anstatt sie jedoch zu ändern, akzeptieren wir sie und verdrängen sie, indem wir sie uns kurzfristig schön rauchen, saufen, schlucken oder fressen. Da Kurzfristiges jedoch nicht lange währt, machen wir es immer wieder und immer öfter, bis es schlussendlich zur Gewohnheit, zur Sucht verkommen ist, uns vollständig beherrscht und unseren Körper nachhaltig schädigt, jegliche Entwicklung schon im Keime erstickt und schlussendlich exakt dieses Leben zerstört, welches es eigentlich versüßen sollte.

Dieser Weg ist Müll. Gehe ihn nicht. Verändere Dein Leben so, dass Du es nicht mehr zu verdrängen brauchst. Lebe gesund! Erkenne die langfristigen Konsequenzen Deines kurzfristigen Handelns! Bring den Müll raus und lass ihn auch draußen. Körperhygiene ist nämlich nicht nur von außen Pflicht.

In Deinem Besitz…

hat sich so viel Müll angesammelt, dass man ihn überhaupt nicht mehr überschauen kann. Ich weiß das, denn ich kenne keinen Menschen in unserer Gesellschaft, bei dem dies nicht so ist. Besitz ist der größte Verdrängungsmechanismus, dem ein Mensch nur zum Opfer fallen kann. Wir definieren uns über unseren Besitz, unseren Reichtum, unsere Autos, Häuser, Sammlungen und Kleidungsstücke. Wir wollen sogar unsere Partner besitzen und auch andere Menschen definieren wir über ihren Besitz. Je größer dieser dabei wird, desto weniger wichtig wird uns dabei der Mensch dahinter. Das ist auch unser aller Hoffnung, dass wir es so schaffen können, von unseren Schwächen abzulenken. Aber Besitz belastet. Er ist Müll. Denn alles, was Du besitzt, von dem wirst auch Du besessen. Das wusste auch schon der große Philosoph Tyler Durden. Und wer zu viel besitzt, der wird auch besessen zu Grunde gehen.

Streng genommen ist Besitz auch nichts reales. Er ist die kollektive Wahnvorstellung, dass einem Lebewesen mehr gehören würde als sein Körper und sein Geist. Besitz ist in einer Gesellschaft immer nur dort möglich, wo er auch von dieser Gesellschaft akzeptiert wird. Er ist ein Konsens, aber mehr auch nicht. Wir können vermeintliche Güter horten, konstruieren, fabrizieren, tauschen, bewahren und zerstören, aber sie haben immer nur die Bedeutung, die wir ihnen verleihen und keine darüber stehende. Diese Gegenstände sind tot. Sie haben kein Potenzial. Ihr Wert ist nur Einbildung. Sie kommen und gehen. Egal was sie kosten, sie haben keinen inneren, sondern nur äußeren Wert.

Sieh in ihnen immer nur den Nutzen, den sie für Deine Entwicklung, für die Erreichung Deiner Ziele bedeuten. Du musst lernen, die pragmatische Seite des Besitzes zu erkennen. Dein Besitz soll Dich voranbringen und nicht belasten. Jegliche Form von Besitz ist flüchtig. Nutze die Dinge immer so, als würdest Du sie auch nur nutzen und nicht besitzen, so wirst auch Du nicht besessen werden, so wirst auch Du Dich nicht von ihnen herunterziehen lassen, wenn sie einmal weg oder kaputt sind.

Befreie Dich aus der Abhängigkeit des Besitztums. Sei unabhängig von allen Gütern. Nutze sie, wenn sie da sind, aber vermisse sie nicht, wenn sie weg sind. Und nun sieh Dich mal um in Deinen Besitztümern. Ist da nicht auch eine ganze Menge nutzloser Schund dabei? Na dann: Bring den Müll raus und verlerne ihn zu achten. Achte nur das, was Potenzial hat.

Sicherlich siehst Du diesen Punkt nun kritisch. Aber frage Dich selbst: Kann aller Besitz der Welt einen Menschen wirklich verändern? Nein? Warum sollte man diesen Weg dann ernst nehmen, wenn es darum geht, das eigene Potenzial zu verwirklichen? Ein starker Geist bedingt einen starken Körper und umgekehrt, aber Besitz lenkt hier nur vom eigentlichen Ziel ab. Er trägt nicht zu einem Menschen bei. Er lenkt nur von diesem ab und nur Menschen, die von sich ablenken wollen – sprich, die ihre Schwächen kaschieren wollen, anstatt sie zu beheben –, versteifen sich auf Besitztümer. Das sind schwache Menschen. Bist Du ein schwacher Mensch? Nein? Dann bring endlich den verdammten Müll raus. Und damit meine ich nicht unbedingt Deine Besitztümer, sondern vielmehr Deine Einstellung zu diesen. Ich mein aber auch den ganzen nutzlosen Kram, der sich im Laufe der Jahre angesammelt hat. Schmeiß alles weg, was keinen wirklichen Nutzen hat. Auch hier gilt, dass Quantität alles andere als Qualität ist.

In Deinem sozialen Umfeld…

gibt es sicherlich eine Menge Menschen. Wo aber viele Menschen sind, da sind auch immer Idioten, Lügner und Verräter. Viele von ihnen kann man nicht wirklich verändern. Entweder fehlt einem die Zeit, der Zugang oder auch die Lust dazu. Oder sie wollen sich auch überhaupt nicht ändern oder können es nicht. Ganz erbärmlich sind diejenigen, die einem heimlich in den Rücken fallen und dabei auf gut Freund machen. Der Möglichkeiten gibt es somit viele. Dir selbst bleibt bei derartigen Zeitgenossen aber immer nur zweierlei: Du musst sie so nehmen, wie sie sind oder ihnen den Rücken kehren.

Wirklich ernsthaft räumen wir in unserer sozialen Umgebung selten auf. Wir akzeptieren sie zumeist so, wie sie ist. Aber die Entropie nimmt auch hier zu und es sammelt sich eine Menge Müll an. Das mag respektlos klingen, aber auf manche Menschen trifft dies wirklich zu. Sicherlich hat jeder von uns die ein oder andere krasse Enttäuschung erlebt und damit meine ich nicht kleine Ausrutscher sondern umfassendes Blendwerk der allerhöchsten Güte. Viele unserer Mitmenschen kennen wir auch nicht gut genug, um sie korrekt einschätzen zu können. Aber einiges bemerken wir dann trotzdem. Viele dieser Schattenseiten verdrängen wir jedoch, weil wir es nicht wahrhaben wollen, es uns egal ist oder wir evtl. auch einen Nutzen daraus ziehen. Und so gehen wir immer mehr Kompromisse ein. Aber Kompromisse sind Gift für jedes selbstbestimmte Leben. Sie sind Probleme in spe und Probleme belasten. Sie lasten auf Deinen Schultern und bremsen Dein Leben, hemmen Deine Entwicklung. Dein Denken kreist beständig um sie, weil es sie lösen möchte. Das lenkt ab und frisst Deine Energie. So kannst Du Dich nicht mehr auf die wirklich wichtigen Dinge Deines Lebens – Deine Ziele – konzentrieren. Also musst Du alle nebensächlichen Probleme so schnell wie möglich loswerden. Aber manche Probleme lassen sich einfach nicht lösen, weil sie nicht durch uns selbst, sondern durch die Menschen in unserer sozialen Umgebung bedingt sind.

Wenn dies der Fall ist, dann streiche diese Menschen einfach aus Deinem Leben. Ganz kompromisslos. Wenn Du nicht alles aus Deinem Leben entfernst, was Dich bei Deiner Entwicklung bremst und hemmt, dann wirst Du bedeutend weniger von Deinem Potenzial verwirklichen können, als es Dir eigentlich möglich wäre. Dies liegt alles vollkommen in Deiner Hand. Menschen, die Dich betrügen, belügen, verlachen, schlecht machen, Deine Ziele herabsetzen usw. usf. haben nichts in Deinem Leben verloren. Aber sie sind da. Sie kommen von alleine und Du musst sie wieder vor die Tür setzen. Lieber allein als nur von Idioten und Heuchlern umgeben zu sein. Wenn Du Dich schon mit Menschen umgibst, dann suche Dir solche, auf deren Wort man sich verlassen kann und dann wirst Du im Ernstfall auch nicht verlassen werden. Denn im Ernstfall verlassen zu werden, ist ein ziemlich besch*** Gefühl. Lieber erst gar nicht auf morschen Planken aufs offene Meer hinaus segeln. Ich könnte mich dafür ohrfeigen, dass ich dies bereits in jungen Jahren schon zu oft gemacht habe und ich denke, Du hast sicherlich schon ähnliche Lektionen erlebt. Es wird Zeit, dass wir daraus lernen.

Wie heißt es doch so schön: Man hat viele Freunde, wenn man sie zählt, aber nur wenige, wenn man sie braucht. Suche Dir solche Freunde von der letzten Sorte. Diese sind selten, aber genau deswegen sind sie auch wirklich wertvoll. Verwechsle dabei jedoch nicht ehrliche Kritik – und mag sie noch so hart sein – mit Boshaftigkeit. Kritik ist wichtig und Menschen, die Dich ernsthaft und begründet in Frage stellen, unterstützen Dich auf diese Weise. Sie zeigen Dir Deine Fehler und Schwächen auf und Du solltest ihnen dankbar dafür sein. Sie sind der soziale Widerstand, an dem Du wachsen wirst.

Auch solltest Du Dich anderen Menschen gegenüber nicht von vornherein verschließen. Das wäre völlig überzogen. Nur wer für neue Kontakte offen ist, wird auch irgendwann diejenigen Menschen finden, die ihn wirklich gut ergänzen und was wäre das Leben schon ohne ein paar ebenso verrückte oder ambitioniert Mitstreiter? Wir sollten jedoch lernen, die Menschen richtig einzuschätzen, wir müssen lernen, sie zu lesen; beobachten, wie sie mit anderen Menschen umgehen, wie sie über diese hinter ihrem Rücken reden, was sie für ein soziales Weltbild haben, ob sie moralische und prinzipientreue Menschen sind usw. usf. Menschenkenntnis ist gefragt. Natürlich gibt es keine perfekten Menschen und jeder von uns hat Fehler – viele, viele Fehler –, aber es geht vielmehr nur um ein paar kleine und doch so bedeutende Punkte: Vertrauen steht hier ganz oben.

Im gegenseitigen Vertrauen stecken bedeutende Ideale: Offenheit, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Hilfsbereitschaft und Authentizität gehören dabei zu den wichtigsten. Das kann man von einem Partner oder Freund durchaus erwarten. Wer Dir dies oder anderen Menschen gegenüber nicht entgegenbringt, dem solltest Du kritisch gegenüber stehen. Wer als Mensch nicht authentisch – sprich, ein Poser, Blender oder Heuchler – ist , der hat in Deinem Umfeld nichts zu suchen. Wer sich mit schlechten Vorbildern umgibt, wird nämlich selbst zu einem. Es gilt, Originale zu finden: Menschen, die sagen, was sie denken und machen, was sie sagen. Alle anderen kannst Du getrost in die Tonne kloppen. Weg mit dem Müll oder Du wirst selbst zu Müll. So simpel ist das.

Dabei solltest Du jedoch ebenfalls all diese Ideale und Prinzipien verkörpern. Du musst inständigst verstehen, dass sie die einzige Möglichkeit darstellen, um würdevoll und aufrichtig durchs Leben zu schreiten. Wer sie nicht einhält, verrät dabei nicht nur seine Mitmenschen, sondern vor allem sich selbst. Ein derartiges Leben ist der letzte Müll, also raus damit. Natürlich ist keiner von uns perfekt – ich schon lange nicht –, aber wir sollten ernsthaft darin bestrebt, nach diesen Idealen zu leben und ein vertrauenswürdiger, ehrenhafter und authentischer Mensch zu sein. Derartige Ideale sind in unserer Gesellschaft so verstaubt, dass es endlich einmal Zeit wird, sie wieder aus der Mottenkiste herauszuholen und kompromisslos zu verkörpern. Denn hieran misst sich der wahre Wert eines Menschen und nicht an seinem Besitz oder seiner Karriere. Anders wird es nie möglich sein, einen starken Körper mit einem starken Geist zu koppeln und darum geht es uns doch, oder?

Also: Bring auch diesen Müll vor die Tür und kehre ihm den Rücken. Sei ein Original! Frage Dich, welchen Menschen Du in Deiner Umgebung wirklich vertrauen kannst und welchen nicht. Treffe die richtigen Konsequenzen und umgebe Dich mit den Menschen, die es auch verdient haben und zu denen Du auch gehören möchtest. Gleich und gleich gesellt sich gern. Mit wem wirst Du Dich umgeben? Zeige mir Deinen Freundeskreis und ich sage Dir, wer Du bist. Aber vergiss vorher ja nicht, darin aufzuräumen. Das ist Deine Aufgabe. Niemand anders wird dies für Dich übernehmen.

Also…

trenne Dich von allen Menschen, Beziehungen, Dingen, Substanzen und Gedanken, die Dich belasten, bremsen, frustrieren, missbrauchen und zerstören. Entferne alle Probleme, die Deiner Entwicklung im Wege stehen. Entweder indem Du sie löst oder einfach indem Du sie vollständig über Bord wirfst, weil sie es nicht wert sind, angegangen zu werden.

Mach was aus Deinem Müll oder trenne Dich endlich von ihm. Sei kein Messie. Krieg endlich Dein Leben in den Griff und dann wirst Du auch Deine Entwicklung in den Griff kriegen. Der Müll in Deinem Kopf, in Deinem Körper, in Deinem Besitz und in Deinem sozialen Umfeld steht Dir dabei jedoch noch im Wege. Beseitige ihn kompromisslos. Sei ein Original. Sei ein Vorbild!

Frage Dich: Was brauche ich eigentlich wirklich, um ein aufrichtiges und erfolgreiches Leben zu führen? Wenn Du ernsthaft darüber nachdenkst, dann brauchst Du dazu eigentlich nicht viel: nur Dich, Dein Potenzial, Deine Ziele, pragmatisches Vorgehen und einen starken Willen. Vieles, was Du anstrebst, hast Du sicherlich noch nicht erreicht, aber vieles von dem, was Du bereits jetzt denkst, glaubst, konsumierst, besitzt und mit dem Du Dich umgibst, ist schon längst zu viel. In unserem gesamten Dasein häuft sich so unfassbar viel Müll an und je mehr es wird, umso mehr sinkt auch die Qualität desselben. Also auf ein letztes Mal: Bring den Müll raus. Tu Dir den Gefallen und setz auf Qualität: Für einen klaren Geist in einem sauberen Körper in einer pragmatischen Umgebung in einer aufrichtigen Gesellschaft. Alles andere ist inakzeptabel, dumm, dreckig und unwürdig. Wo stehst Du?

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Dr. Christian Zippel, Personal Trainer, Doktor der Philosophie und Autor von “Der Wille zur Kraft“, “HFT – Hochfrequenztraining & Auto-Regulation“, “rosenrot – oder die Illusion der Wirklichkeit” und “Leider geil, fett und faul“.

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 Bilderquelle: Punchup