Als Kybernetiker zum optimalen WorkoutTeil I beschäftigte sich mit der grundsätzlichen Erklärung, warum wir jeden Tag trainieren sollten. In Teil II erklärte ich, wie eine tägliche Einheit aussehen sollte. Nun möchte ich dies noch mit der wichtigsten Komponente ergänzen: Der Auto-Regulation.

Auto-Regulation ist das Werkzeug der nicht-linearen Periodisierung.

Warum nicht-linear, wo doch alle auf linear schwören?

Wie linear verläuft denn unser Leben? Jeder Athlet kennt es doch. Manchmal haben wir keine Kraft fürs Training. Private Probleme, beruflicher Stress, diverse Stimmungsschwankungen und so weiter. Letztlich ist jeder Tag ein anderer und genauso sollte man auch sein Training angehen. Lineare Fortschritte lassen sich nicht realisieren, wir müssen unser Training entsprechend anpassen. Dynamik ist die Zukunft!

Wie funktioniert das?

Indem wir vor jedem Training genau abwägen, was wir machen sollten. Haben wir beispielsweise Muskelkater im Quadrizeps vom Vortag, dann machen wir halt Rumänisches Kreuzheben. Merken wir beim Aufwärmen, dass wir heute nicht so auf der Höhe sind, dann trainieren wir mit mehr Wiederholungen und einem deutlich leichteren Gewicht. Fühlen wir uns hingegen energiegeladen und bereit zu Höchstleistungen, dann packen wir die Hantel richtig voll und holen alles aus uns heraus. Wir müssen uns nicht in jeder Einheit verbessern, entscheidend ist nur, dass es im Großen und Ganzen voran geht.

Dazu müssen wir Steuermänner bzw. Kybernetiker werden, wie Christian Zippel ausführt. Wenn Ihr Bein gebrochen ist, gehen Sie ja auch nicht Fussball spielen. Dieses dynamische Reagieren ist offensichtlich wesentlich effektiver als die starre lineare Periodisierung, denn es passt sich dem Moment an.

Vertrauen Sie Ihrer Intuition

Wenn Sie eine Pause brauchen, merken Sie das. In diesem Fall nehmen Sie sich einfach eine. Ich habe schon oft Athleten gehört, die fragten, wann sie bei ihren normalen Programmen mal eine Pause machen müssen. Sie hätten gelesen, man sollte alle 8-12 Wochen wenigstens eine Woche pausieren. Mal ehrlich, woher soll jemand denn wissen, dass genau nach 8-12 Wochen eine Pause nötig ist? Jeder Körper ist individuell (und die Trainingsleistung ebenso), daher macht es überhaupt keinen Sinn vorher starre Rahmen vorzugeben. Wenn die Fortschritte ausbleiben, der Sportler sich müde und schlapp fühlt, dann wird eine Pause benötigt.

Sehr Fortgeschrittene brauchen keinen Trainingsplan mehr. Sie entscheiden jeden Tag neu, was ihrem Körper gut tut und was nicht. So gleicht kein Tag dem anderen, das Training bleibt abwechslungsreich und Plateaus bleiben bei intelligenter Vorgehensweise aus. Dies ist das Ideal, nach dem wir streben sollten – ein Höchstmaß an Auto-Regulation. Die Wahl liegt jetzt ganz bei Ihnen, ob Sie evolutionär und starr sein möchten.

Im vierten und letzten Teil werde ich Ihnen noch Vor- und Nachteil des täglichen Trainings sowie meine persönliche Erfahrung erklären.

(Foto: sokaeiko  / pixelio.de)