Täglich prasseln unvorstellbar viele Informationen auf uns ein. Im sozialen Leben, über die Medien, auf der Arbeit, in der Freizeit – Informationen über Informationen. In früheren Epochen der Menschheit war das anders. Da ging es nur um ganz simple, fundamentale Fragen. Wo bekomme ich das essen her, was kann ich essen, wo gibt es Wasser – eigentlich ging es im Wesentlichen sogar nur um eine Frage: Wie überlebe ich?
Okay, ganz so simpel war es vermutlich nicht, denn auch zu früheren Zeiten war der Mensch schon ein soziales, geselliges Wesen, allerdings ist es eine unanfechtbare Tatsache, dass die Informationsflut dramatisch zugenommen hat.
Dem modernen Menschen bleibt daher eigentlich nichts anderes übrig, als die Informationen sorgfältig zu sortieren, um nicht den Überblick zu verlieren und sich selbst und seinem Leben treu bleiben zu können. Wir müssen uns im Verzicht üben. Welchen Informationen gewährt man also den Zugang ins Bewusstsein und Gedächtnis?
Die Antwort ist gar nicht so kompliziert: In erster Linie sollten die Informationen aufgenommen werden, die uns im Leben weiter bringen, die uns nützlich sind, unseren Zielen näherbringen und zu unserem Wohlbefinden beitragen. Selbstverständlich ist unsere Selektionsfähigkeit auch begrenzt und allzu einseitig sollte man in seinem Denken auch nicht werden. Trotzdem sollten wir wesentlich sorgfältiger mit der Datenflut umgehen, denn irgendwann verliert auch die Vielseitigkeit ihre Nützlichkeit und wird dann zur Belastung.

Die Nachrichten

…sind äußerst interessant, wenn man wissen will, was auf der Welt so los ist. Ob im Fernsehen, im Radio, auf Internetseiten oder sozialen Netzwerken – heutzutage gibt es für News reihenweise Möglichkeiten sich zu verbreiten. Das Problem ist nur, dass selten etwas Gutes dabei ist. Die Nachrichten spiegeln das Leben nicht so wieder, wie es wirklich ist. Sie verbreiten das Besondere, Aufsehenerregende und das ist in 9 von 10 Fällen etwas Negatives. Wenn ich heute die Nachrichten einschalte, ist es einfach nur wahnsinnig frustrierend. Russland führt Krieg gegen die Ukraine, im Gazastreifen herrscht ebenfalls Krieg, im Irak und in Syrien scheint eine barbarische Terrororganisation auf dem Vormarsch zu sein und Terrorismus findet sich sowieso offenbar überall. Nicht zu vergessen tödliche Krankheiten, Flugzeugabstürze, Morde und Vergewaltigungen. Neben all den zum Großteil gutmütigen, hilfsbereiten Menschen auf der Welt gibt es eben immer wieder auch Egomanen, Psychopathen und sonst welche gestörten Spinner, die den Frieden stören. Was kann ich dagegen tun? Kaum etwas. Sicher trägt jeder Mensch ein gewisses Maß an Verantwortung dafür, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Soziales Engagement schadet nie. Wer bereit dazu ist, kann auch helfen. Das kann allerdings nur über die Massen funktionieren. Ein einzelner Durchschnittsmensch kann kaum den Weltfrieden bringen, Hunger besiegen und Verbrechen eliminieren. Es gibt einfach jede Menge Dinge, an denen man nichts ändern kann.
Ich habe mich lange Zeit gefragt, ob man diese Dinge denn überhaupt einfach ausblenden kann. Kann man es als Durchschnittsbürger ignorieren, wenn in Nigeria Kinder ermordet werden, wenn im Irak massenweise friedliche Menschen durch die Hand von Terroristen ermordet werden? Darf man über das Leid auf der ganzen Welt hinwegsehen?
Irgendwann kam ich an den Punkt, wo ich mir eine Gegenfrage stellen musste: Hilft es den leidenden Menschen, wenn ich hier mit ihnen Leiden? Ändert das etwas an ihrem Leid?

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Hilf, wenn Du kannst und willst

Ich glaube nicht. Vielmehr bin ich davon überzeugt, dass es mir schadet ohne irgendjemandem zu helfen. Deswegen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass man helfen sollte wo man kann und will, aber darüber hinaus kein weiteres Leid in seinen Geist zu lassen. Einzelne Menschen können nicht an tausend Fronten gleichzeitig kämpfen. Vielmehr sollte sich jeder überlegen, was er bereit ist zu tun, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Man sollte sich überlegen, an welcher Front man kämpfen will und alle anderen Fronten anderen Menschen überlassen. Was nützt es sich mit dem weltweiten Leid zu überfrachten, wenn man dann nicht in der Lage ist, irgendetwas daran zu ändern? Wer selektiert, gewinnt an Kraft, Energie und Fokus und ist so in der Lage, wesentlich mehr zu helfen.

Die Informationsdiät

Ich bin mir bewusst, dass dieses Thema sicher kontrovers diskutiert wird und höchstwahrscheinlich auch einige Leser eine andere Meinung vertreten. Das ist okay, eine Botschaft dieses Blogs ist es schließlich auch, dass jeder seinen eigenen Weg finden und sich seine eigene Meinung bilden sollte – das ist Freiheit. Allerdings habe ich für mich selbst beschlossen, mich testweise für den Monat September auf eine Informationsdiät zu setzen. Sämtliche Nachrichten entfallen. Keine NTV oder N24 News mehr, kein Spiegel.de oder Zeit.de, keine Radionachrichten. Ich will es nicht mehr wissen. Ich tue, was ich bereit bin zu tun, und alle darüber hinausgehenden, auf mich einprasselnden Informationen helfen weder mir noch sonst jemandem. Digitale News entfallen also komplett und Zeitungen habe ich ohnehin nie gelesen. Einen einzigen Informationskanal will ich mir noch offen halten, weil er mir sinnvoll erscheint. Um über die wichtigsten Dinge auf dem Laufen zu bleiben und soziale Bindungen zu wahren, scheint es mir sinnvoll, sich im sozialen Umfeld nach Neuigkeiten zu erkundigen und darüber zu diskutieren. So bleibt man Teil dieser Welt ohne automatisch die weltweiten Leiden zu teilen.

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September-Challenge

Ich möchte dich, sofern es nicht gegen deine Überzeugungen verstößt, dazu anregen, diesen Schritt zumindest testweise für einen Monat ebenfalls zu gehen, um zu erfahren, wie sich eine Informationsdiät auf dein Leben auswirkt. Aber um es eindeutig klarzustellen: Das hier ist kein Aufruf, sich aus dem Weltgeschehen herauszuhalten, komplett zu isolieren und sich nur auf seine eigenen Probleme zu konzentrieren. Wie bereits gesagt bin ich der Überzeugung, dass jeder Mensch etwas tun sollte, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Finde heraus, ob Du dazu bereit bist und was genau Du dafür tun willst – und dann lass den Überlegungen auch Taten folgen. Aber überlade dich nicht auch noch mit sämtlichen anderen Leiden und Problemen. Kämpfe an deiner Front und vergiss den Rest. Es ist keine One-Man-Show, sondern Teamwork. Oder anders gesagt: Das Schicksal der Welt ruht nicht auf deinen Schultern, sondern auf den Schultern der gesamten Menschheit.

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(Bildquelle: Thorben Wengert  / pixelio.de)