Viele Menschen haben ein Energieproblem. Wir mögen es als “keine Zeit” bezeichnen oder auf schlechte Umstände schieben, doch in Wahrheit ist ein entarteter Lebensstil der Grund dafür, dass es schlicht an Energie mangelt.

Fehlende Motivation ist letztlich auch nur ein Mangel an Energie! Denn wenn die Energie da ist, wirst du automatisch motiviert sein.

Es gibt neben der Erfüllung der Grundbedürfnisse Wasser, Nahrung, Luft und Unterkunft (Schutz) nur drei echte fundamentale Antriebe (=Energiequellen), die jeden von uns in Bewegung setzen:

  1. Vermehrung (Sex).
  2. Gesellschaft (soziale Integration und Familie).
  3. Neugier (Lernen und Abenteuer).

Jeder Mensch strebt von Natur aus danach, diese drei Bedürfnisse zu befriedigen – das macht sie zu starken Energiequellen.

Es sind keine Grundbedürfnisse, die zum Überleben wirklich essentiell sind, aber es sind fundamentale Bedürfnisse für ein erfülltes Leben.

Kommen diese drei oder auch nur eines davon zu kurz, so schlägt sich das mit der Zeit auf dein Energielevel und Wohlbefinden nieder – du wirst weniger glücklich sein!

Übrigens: Ist dir dieser Zusammenhang schon bewusst geworden? Dass “energiegeladen” im Grunde nichts anderes bedeutet als glücklich zu sein?

Glückliche Menschen haben Energie. Und Menschen sind glücklich, wenn sie gesund sind UND ihre fundamentalen Bedürfnisse befriedigt sind.

Neugier und Abenteuer – es kommt nur auf dich an

So simpel das in der Theorie klingen mag, so kompliziert erweist sich das mitunter in der Realität.

Weder Vermehrung noch Gesellschaft hängen ganz allein an dir.

Auch wenn jeder von uns dieses Bestreben hat, kommt es natürlich auch zu Überwerfungen von Interessen und damit zu Streit.

Die Neugier allerdings, die liegt exklusiv in deiner Hand. Du entscheidest, was du tust und womit du dich beschäftigst!

Und die Realität sieht bei vielen so aus, dass sie tagein tagaus mehr oder weniger das Gleiche tun.

Es fehlt das Abenteuer, die Überraschung, die Neugier als fundamentaler Antrieb – und damit auch die Begeisterung!

Neugier und Begeisterung gehen letztlich Hand in Hand. Es ist die Faszination des Unbekannten, die antreibt und begeistert. Wir wollen es instinktiv entschlüsseln, verstehen, erklären – und damit nutzbar zu machen.

Neugier stellt einen Überlebensvorteil da, deshalb hat die Evolution sie “belohnt”.

Deshalb sind Menschen von Natur aus begeisterungsfähig für Neues, für faszinierende Phänomene und für Dinge, die bisher unerreichbar, unerklärbar schienen.

Die Neugier schrumpft, der Bauch wächst

Doch was passiert, wenn diese BegeisterungsFÄHIGKEIT verkümmert, weil sie nicht gefüttert wird? Weil man sich langsam in einem Alltagstrott verliert und in Routinen erstarrt?

Dann bleibt die Neugier und damit auch die Begeisterung auf der Stecke – und dein Energielevel gleich mit!

Nichts gegen Gemütlichkeit. Doch wer es sich zu gemütlich macht und auf der Couch vergammelt, verliert Energie und Motivation – und gewinnt eben diesen Verlust an Bauchfett dazu.

Das ist logisch, wenn man sich klar macht, dass wenig Energie letztlich wenig Bewegung bedeutet. Wer sich müde fühlt, legt sich in der Regel lieber auf die Couch und “gönnt” sich was.

Es passiert schleichend, über Jahre hinweg und lange ohne gravierende Probleme. Doch irgendwann wird diese Müdigkeit zum Dauerzustand!

Es ist ein Teufelskreislauf, denn je müder man ist, desto mehr vergammelt man daheim – und desto müder wird man wiederum. Die Müdigkeit wird zu Lethargie und damit zu einer Gewohnheit, die schwer zu brechen ist.

Manchmal ist Entspannung nicht die richtige Antwort auf Müdigkeit. Manchmal – vor allem wenn Müdigkeit zum Dauerzustand wird – ist das schlicht ein Signal dafür, dass die Neugier zu kurz kommt!

Dass es deinem Leben an Abwechslung und Abenteuer fehlt. Gemeint sind damit nicht zwangsläufig extreme Survival-Trips.

Gemeint ist vor allem ein Mangel an Spontanität.

Je mehr man in Routine erstarrt, desto weniger spontan ist man in der Regel. Und das bedeutet, fast alles wird geplant. Jeder noch so kleine “Ausflug” wird vorher im Geiste durchexerziert. Potentielle Probleme werden gelöst, die wahrscheinlich gar nicht auftauchen.

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Beispiel gefällig? Wann hast du das letzte Mal einen Ausflug gemacht, ohne vorher nach dem Wetter zu schauen?

Mal ehrlich, wer ist heute schon noch vom Wetter überrascht, wo es doch auf fast jedem Handy auf der Startseite zu finden ist.

Die Sache ist, wenn man alles plant, erwartet man naturgemäß wenig Unvorhergesehenes und sammelt dadurch auch nur getrübte Erfahrungen, weil der Kopf in den Autopilotenmodus schaltet und die Aufmerksamkeit schwindet.

DAS ist der Grund dafür, dass viele Menschen sich langweilen.

Corona deckt Probleme auf

Das sehen wir jetzt mehr denn je. Wo das gesellschaftliche Leben zum Erliegen gekommen ist und jeder gezwungenermaßen entschleunigen muss, wissen viele nichts mit sich anzufangen.

WACH AUF! Selbst mit den aktuellen Einschränkungen bleiben im Grunde so viele Möglichkeiten, dass niemals Langeweile aufkommen dürfte.

Das Leben ist ein Geschenk. Es darf nicht wahr sein, dass sich Menschen immer wieder langweiligen.

Das ist ein Resultat aus unterernährter Neugier, unterernährtem Entdeckungsgeist, aus starren Routinen, alltäglichem Trott und einer gehörigen Portion Mutlosigkeit.

Mut braucht man nämlich, um spontan zu sein. Weniger zu planen und spontaner zu leben bedeutet zwangsläufig, Risiken einzugehen, weil es mehr Unbekannte in der Gleichung gibt.

Die Angst davor treibt uns in die Komfortzone. Die Angst davor bindet an die Couch und das abendliche Fernsehprogramm, das auf dem ersten Blick so schön ungefährlich anmutet – und doch, mit der Zeit, erwiesenermaßen tödlich sein kann.

Mut entwickeln und der Langeweile entkommen

Der einzige Ausweg? Lerne, mutig sein. Mut ist eine Fähigkeit.

Bei guter Erziehung wird sie von klein auf trainiert, doch heutzutage ist sehr viel auf Sicherheit ausgelegt.

Es geht mehr darum Risiken zu vermeiden als zu lernen, mit ihnen umzugehen – eine Anleitung zur Mutlosigkeit, die unweigerlich in einem von Angst bestimmten Lebensstil mündet.

Gebraucht wird ein Paleo-Lifestyle, der mehr Raum für Spontanität und Abenteuer lässt, mehr Raum für Kreativität und vor allem: für Neues.

Sobald du einen starren Mindset aufgibst und dich für Neues öffnest, wird es automatisch in dein Leben treten. Und mit ihm Faszination und Begeisterung.

Es sind in erster Linie mentale Blockaden, die dich an deine bisherigen Gewohnheiten fesseln und innere Widerstände gegen neue Möglichkeiten erzeugen.

Den Geist öffnen

Diese mentalen Blockaden gilt es zu überwinden, um körperlich ebenso wie geistig schlank zu bleiben. Wer sich gegen Neues sträubt, verfettet irgendwann und trägt eine Menge Ballast mit sich rum.

Ballast kann man nur loswerden, indem man neue Perspektiven einnimmt. Indem eigene Glaubenssätze bewusst gemacht und hinterfragt werden.

Mit Worten allein kann gar nicht unterstrichen werden, wie wichtig es ist, eine Gewohnheit daraus zu machen, sich Neuem zu öffnen. Erfahrungen sind hier wesentlich einprägsamer und damit wertvoller. Deshalb schau’ dir genau an, wie Menschen altern.

Es könnte unterschiedlicher nicht sein. Ich bin mir sicher, unabhängig davon, wie alt du bist, kennst du verschiedenste ältere Menschen.

Und wenn du genau hinsiehst, wirst du zwei Beobachten machen können:

  1. Diejenigen, die sich auch im hohen Alter noch lernbereit und offen zeigen, sind meistens ausgeglichen, klug, für ihr Alter gesund, sehen in der Regel jünger aus und sie sind interessant, weil sie hilfreiche Ratschläge geben können.
  2. Diejenigen, die sich stets dem Wandel gesträubt und schon mit jungen Jahren aufgehört haben, zu lernen, sind meistens überfordert (weil der Wandel die einzige echte Konstante des Lebens ist), tendenziell miesepetrig, sehen älter und gebrechlich aus, schleppen meist eine ganze Latte an gesundheitlichen Problemen mit sich herum und sind, wenn wir wirklich ehrlich sind, verblödet.
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Das sind sicher harte Worte. Aber ich will auch nicht drum herumreden. Es ist die harte Wahrheit und du selbst hast bestimmt schon genug Beispiele dafür erlebt.

Manch einer wird sich angegriffen fühlen. Aber es ist eine nüchterne Beobachtung.

Deshalb frage dich: Wie willst du altern?

Für mich ist der Fall klar: Auf keinen Fall will ich zu den nichtssagenden Menschen der Kategorie 2 gehörigen. Ich will interessiert und damit interessant bleiben.

Und das bedeutet: Ich muss oben frisch bleiben!

Für frischen Wind im Kopf sorgen

Diese Erkenntnis ist der wichtige erste Schritt. Im Grunde drehen sich 90% des Weges darum, davon überzeugt zu werden. Hat man sich von der Wichtigkeit einmal wirklich überzeugt, ist die Handlung recht einfach: Lesen, lernen, wachsen.

Bücher verändern die Welt. Sie bieten die Möglichkeit, neue Perspektiven einzunehmen, von den Erfahrungen anderer zu lernen und sich damit selbst kennenzulernen und mitunter auch neu zu erfinden.

Bücher können die Welt erschüttern. Acht oder neun von zehn Büchern mögen “nur” interessant und lehrreich sein. Doch manchmal hat man etwas in der Hand, das die eigene Welt auf den Kopf stellt. Das einen echten Paradigmenwechsel erzeugt. Dann kann man vor lauter Aufregung und Begeisterung gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Bücher machen und halten die Birne fit. So wie unsere Muskeln, Sehnen, Knochen und Gelenke das körperliche Training benötigen, so braucht unser Gehirn geistiges Training, um gesund und fit zu werden und zu bleiben. Bücher sind die Hanteln des Gehirns!

Hörbücher als Game Changer?

Selbst wenn du nicht gerne liest, gibt es Alternativen mit ähnlicher Wirkung. Es gibt lehrreiche Videos und Clips und die meisten guten Bücher auch als Audiobuch.

Ich selbst lese gern, möchte aber manchmal auch meine Augen entspannen oder mich schlicht ein wenig dabei bewegen.

Deshalb bin ich schon seit Jahren überzeugter Audible-Hörer. Anfangs gab es nicht so viel guten Content, doch das hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Mittlerweile werden die meisten guten Bücher auch vertont.

So höre ich Hörbücher im Zug, im Bus, manchmal wenn ich in der Natur unterwegs bin und vor allem läuft stets ein gutes Hörbuch, wenn ich daheim leichtes Mobility-Training und Körperpflege-Übungen mache (30-60 Minuten pro Tag). Das steigert die Motivation!

Übrigens ist es meiner Erfahrung nach gar nicht so wichtig, ob man glaubt, eher visuell oder auditiv zu lernen.

Wenn es interessant ist, wird es dich unabhängig vom Format packen und bereichern.

Ich lerne zum Beispiel besser, wenn ich etwas vor Augen habe, wie es bei Büchern der Fall ist. Und trotzdem gab es Audiobücher, die mich gefesselt und gebannt haben. Die sich als extrem lehrreich und nützlich erwiesen haben. Drei meiner liebsten Hörbücher sind:

  • Du musst nicht von allen gemocht werden: Adlers Psychologie in Dialogform – ein junger Mann mit allzu bekannten und verbreiteten Problemen unterhält sich kritisch mit einem älteren Philosophen. Anfangs gewöhnungsbedürftig, doch dann wird es wirklich packend, weil der Reihe nach im Grunde genau jene Fragen aufgegriffen werden, die man sich als Leser auch stellt – und man erhält Antworten! Adlers Erkenntnisse lösen Probleme, die ich immer schon mit der Freudschen Psychologie hatte. Diese führt nämlich unweigerlich zum Determinismus und das deckt sich einfach nicht mit meinen Erfahrungen. Adlers Psychologie dagegen sieht jeden Menschen als seines Glückes eigener Schmied – es fehlt nur der Mut für die nötigen Veränderungen! Aus meiner Sicht eine sehr wertvolle Perspektive, die vielen Menschen helfen kann, die sich stets als Opfer der Umstände und ihrer Vergangenheit sehen und dabei ihre eigentliche Macht und Verantwortung verkennen. Grandioses Buch/Hörbuch!
  • Take Control of Your Life: Fantastisches Hörbuch, das sehr viele Menschen ansprechen dürfte. Anhand von Fallbeispielen werden wirklich weit verbreitete, grundlegende Probleme offenbart, denen sich nur wenige richtig bewusst sind. Es wird gezeigt, wie uns Ängste blockieren können (z.B. die Angst abgelehnt zu werden, die Angst vor Veränderungen etc.) und wie diese Blockaden zu lösen sind. Für mich als Coach sehr wichtige Einblicke, die dabei helfen, meine Klienten da abzuholen, wo sie wirklich stehen.
  • Rich Dad Poor Dad: Absoluter Klassiker, der einen wunden Punkt trifft: finanzielle Bildung. Sie fehlt in der Schule und kann nur in eigener Initiative erworben werden. Und das ist dringend nötig, denn schaut man sich um, stellt man fest, dass viele Leute nicht mit Geld umgehen können. Sie geben viel Geld aus, schaffen aber keine echten Vermögenswerte. In Zeiten der aufkommenden Wirtschaftskrise wichtiger denn je, den Unterschied zwischen Ausgaben und Investition zu begreifen.
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Folge der Energie

Bücher und vergleichbare Medien sind eine Seite der Medaille, um den Kopf dazu zu bringen, sich Neuem zu öffnen, zu lernen und um die natürliche Neugier wieder zu erwecken.

Die andere Seite der Medaille ist die Tat. Es gilt sich beim Denken ebenso wie beim Handeln zu öffnen.

Bestimmt gibt es etwas, dass du schon immer mal tun und lernen wolltest. Vielleicht Klavier spielen. Oder Schweißen. Wildkräuter erkennen. Fischen. Wein anbauen. Inlineskaten.

Was auch immer es ist, leite erste Schritte ein. Lass’ dich nicht von mentalen Blockaden davon abhalten. Es gibt IMMER Schwierigkeiten. Das sagt nichts über Sinn und Unsinn aus.

Man kann durch Denken und Analysen vorher nicht auflösen, ob man auf dem “richtigen” Weg ist. Es gibt nur eine Möglichkeit und das ist der vielleicht wichtigste Rat, den ich selbst je erhalten habe und an alle meine Klienten weiter gebe: Folge der Energie.

Folge der Energie! Deshalb bin ich Fitnesstrainer. Ich hätte tausend andere Wege wählen können und als Physiker viele Optionen gehabt. Aber mein Physikstudium war mental sehr anstrengend. Der Stoff bereitete mir nie Probleme, aber es war anstrengend, mich immer wieder dazu zu motivieren, etwas dafür zu lernen.

Fitness dagegen hat mich von Anfang an begeistert. Schon im Schüleralter habe ich jede Zeitschrift verschlungen, die ich in die Finger kriegen konnte. Mühelos! Ich hatte nie daran gedacht, jemals damit mein Geld zu verdienen. Es hat mich interessiert und ich habe mich immer dann, wenn ich mich mit Fitness befasst habe, energiegeladen gefühlt.

Das ist es, was Neugier ausmacht. Offen für Neues zu sein und dann der Energie zu folgen, um “das Richtige” zu finden.

Dort, wo die Energie wartet, kann sich die Neugier entfalten. Deshalb lese ich noch heute täglich Fitnessbücher, -artikel und -studien, obwohl ich längst weit mehr weiß als ich wissen müsste, um den Beruf ausüben zu können.

Es gilt sich vom jugendlichen Wunsch nach Gewissheit zu verabschieden, denn Gewissheit ist die Sehnsucht der Narren. Sie setzt starre Grenzen. Es gibt keine Gewissheit! Wer sich immer sicher ist, verfällt in Dogmatismus, verschließt sich dem Lernen und wird irgendwann von innovativen Menschen überholt.

Öffne dich, folge der Energie, ersetze Gewissheit durch Neugier und erlaube es deiner Neugier, sich zu entfalten. Sollte das im Beruf schwer vorstellbar sein, so doch zumindest im Privatleben – und wer weiß, wohin das führt. Abenteuer!

(Bildquellen der Reihe nach: © theartofphoto / © EVERST – Fotolia.com)