Du willst abnehmen? Einen Marathon laufen? Muskeln aufbauen? Deine Trainingsgewichte steigern? Deine Fitness und Gesundheit verbessern?

Welche Fitnessziele du auch haben magst, folgende alltägliche und gerade deshalb ungemein lehrreiche Kurzeschichte musst du dir zuvor unbedingt anschauen. Sie handelt von Paul (Name geändert), einem guten Freund.

Es war ein schöner Grillabend, in geselliger Runde, mit unterhaltsamen Gesprächen und perfektem Wetter an einem warmen Juni-Tag. Paul hatte gerade seine zweite Portion Gegrilltes hinter sich. Wir hatten einige köstliche Salate, Gemüsespieße und Fisch auf dem Grill. Aber Paul hatte nur Augen für die Würstchen und Steaks, für den in Mayonaise getränkten Kartoffelsalat – und natürlich für sein kühles Pils, das nunmehr dritte seiner Art…

Nun, wir alle kennen das ja, denke ich mir: Hin und wieder möchte man sich etwas gönnen, oder?

Doch dies hier, wurde mir sofort klar, ist anders. Denn keine zwei Wochen zuvor wunderten sich alle, warum Paul nicht wie sonst für ihn üblich nach dem Fußball zum Dönermann schlenderte. Da verkündete er noch: Ich will abzuspecken!

Zwei Wochen später also, an jenem Grillabend, schien dieser Vorsatz in weite Ferne gerückt zu sein. Normalerweise mische ich mich dabei nicht ein, aber Paul liegt mir am Herzen und deshalb sprach ich ihn darauf an: “Paul, wolltest du nicht abnehmen?”

Ein denkwürdiger Augenblick: Paul stutzte, auf seiner Stirn tat sich eine Falte auf. Sein Blick war besorgt und nach unten gerichtet.

Dieser authentische Moment, in dem die Maske ab war, dauerte nur einen Wimpernschlag lang und blieb von den anderen wohl unbemerkt, ehe Paul wie üblich unbekümmert lächelte und lässig entgegnete: “Ach, morgen geh’ ich ne Extra-Runde laufen und trainiere das wieder ab.”

Diese Geschichte erlebte ich vor nun mehr über 8 Jahren, zur Fußball-WM 2010. Es war die Zeit, als ich mich zum ersten Mal eingehender mit Mentalcodes beschäftigte.

Eines wurde mir damals schnell klar: Fast jeder hätte in Pauls Haut stecken können! Es ist ein alltägliches, aber trotzdem unbekanntes Phänomen.

Unweigerlich musste ich mich fragen: Welche Mentalcodes gibt es noch, die uns unbewusst steuern und manchmal blockieren?

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Mentalcodes – Der geheime Steuermann

Vielleicht fragst du dich jetzt: Was sind eigentlich Mentalcodes?

Mentalcodes sind Glaubenssätze, die meist unreflektiert und durch pure Wiederholung tief in unserem Unterbewusstsein verankert sind und unser Verhalten steuern.

Ein schlichtes Beispiel: “Vor dem Schlafengehen putzt man sich die Zähne.”

Unsere Eltern haben uns diesen Code schon in jungen Jahren eingetrichtert – und er hat sich bewährt!

Du siehst, Mentalcodes sind etwas ganz Alltägliches und sie können, wie der eben genannte, sinnvoll sein.

Unglücklicherweise schleichen sich mit der Zeit aber auch schädliche, falsche Codes in unser Unterbewusstsein und sabotieren von dort aus unsere Bestrebungen.

Wie Mentalcodes funktionieren

In der Geschichte meldete sich in jenem kurzen und authentischen Moment, der sich zwischen meiner Frage und seiner Antwort auftat, folgender Mentalcode bei Paul:

  • Ich kann Junk-Food durch Training kompensieren.

Diesen Mentalcode besitzen viele und er sabotiert jeden Versuch, Körperfett dauerhaft zu verbrennen. Training kann niemals eine schlechte Ernährung kompensieren! Das ist Wunschdenken.

Wichtig ist nämlich auch, was eigentlich für diesen Mentalcode verantwortlich ist. Schau’ hinter die Kulissen und du wirst erkennen: Dahinter steckt, wie so oft, schlicht die Sehnsucht nach fettigem/süßem/salzigem Essen.

Diese Sehnsucht sorgt dafür, das wir allzu bereitwillig an eigentlich falsche Dinge glauben, nur weil wir damit unserem Verlangen nachgeben können.

Bei Paul wurde die Sehnsucht immer stärker, sodass er die Kontrolle über den Heißhunger verlor und sich mit mithilfe dieses falschen Mentalcodes in eine (nur scheinbare) Kompromisslösung rettete –  der Anfang vom Ende.

Warum Mentalcodes über deinen Körper entscheiden

Auf diese Weise blockieren Mentalcodes viele unserer Bestrebungen.

An jenem Abend unterhielten wir uns übrigens in der Gruppe noch ein wenig über Fettverbrennungstraining und eine Freundin wartete mit einem weiteren klassischen, falschen Mentalcode auf:

  • Man muss mindestens 20 Minuten mit Fettverbrennungspuls joggen, damit der Körper beginnt, die Fettdepots anzuzapfen.

Auch das ist längst als Unsinn entlarvt worden. Letztlich geht es nur um die Energiebilanz – wer mehr verbrennt als durch die Nahrung aufgenommen wird, baut Körperfett ab.

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Durch den Nachbrenneffekt lassen sich sogar mit anderen Trainingsformen wie dem Tabata-Training effektiv gesehen mehr Kalorien verbrennen.

Ein weiterer, eng damit zusammenhängender Mentalcode:

  • Wer abnehmen will, sollte joggen gehen.

Auch diesem Irrtum liegen viele Menschen auf. Es ist das erste, was vielen in den Sinn kommt, wenn es ums Abnehmen geht: Joggen.

Tatsächlich aber stellt richtiges Krafttraining die beste Basis für jedes Fettverbrennungstraining dar, denn nur damit lassen sich die Muskeln schützen – ein entscheidender Faktor für Nachhaltigkeit!

Kombiniert mit Ausdauertraining ergeben sich die besten Erfolge. Dabei funktionieren aber auch andere Aktivitäten als Joggen. Schwimmen, Rudern, Crosstrainer, intensives Fahrradfahren und besonders kombinierte Sportarten wie Kickboxen, Fußball und Basketball sind großartige Alternativen!

Weitere Beispiele für schädliche Mentalcodes

Du siehst, Mentalcodes lauern überall und sind nicht selten destruktiv. Zur Veranschaulichung habe ich eine kleine Liste mit bekannten und falschen Mentalcodes für dich zusammengestellt – vielleicht findest du darunter auch den einen oder anderen Glaubenssatz, der dich bisher blockiert hat.

  • No Pain, No Gain.
  • Fett macht fett.
  • Nach dem Training sind Süßigkeiten in Ordnung.
  • Gesunde Nahrung ist teuer.
  • Maschinenübungen sind sicherer.
  • Wer Abnehmen will, muss zwangsläufig mehr Sport treiben.
  • Ich habe nicht genügend Zeit für regelmäßiges Training / um zu kochen.
  • Friss die Hälfte ist der Schlüssel zum Abnehmen.
  • Wer sich gesund ernähren will, muss vegan leben.
  • Schlafen ist für Faulenzer.

Welche Mentalcodes stehen dir bisher im Wege? Es wird Zeit, ehrlich mit sich zu sein.

Mentalcodes stecken in allen Lebensbereichen, im Training und in der Nährung ebenso wie im Beruf, in Beziehungen und privaten Projekten.

Ob du endlich abnehmen, Muskeln aufbauen, fit werden, gesünder leben, produktiver werden oder beliebige andere, neue Gewohnheiten aufbauen willst, der wichtigste Schritt liegt nun offen:

Reflektiere ehrlich und finde jene Mentalcodes, die deinem Erfolg bisher im Wege stehen.

Dabei betone ich bewusst das Wort “ehrlich”, denn genau das ist es, was viele unbewusst vermeiden. Wir sind nicht ehrlich zu uns selbst!

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Doch dadurch sind wir auch blind für die Fehler, die wir begehen – und jede positive Veränderung wird im Keim erstickt.

Mentalcodes ersetzen – So garantierst du deinen Erfolg

Sobald du die Mentalcodes gefunden hast, die dich blockieren, gilt es sie durch zielführende Alternativen zu ersetzen.

Für Paul bieten sich beispielsweise folgende Mentalcodes an, um ihn auf seinem Weg zu unterstützen:

  • Die Ernährung entscheidet beim Abnehmen in der erste Linie über den Erfolg – Training wirkt unterstützend.
  • Wenn ich schon im Training regelmäßig schwitze, wäre ich ja schön blöd, das durch Fressorgien wieder zu zerstören!
  • Je konsequenter ich auf meine Ernährung achte, desto schneller erreiche ich mein Ziel.
  • Je schlechter meine Ernährung am Abend ist, desto schlechter schlafe ich und desto weniger Energie habe ich morgen.
  • Genuss ist in Ordnung – aber nur kontrolliert (in Maßen).

Wenn du schädliche Mentalcodes identifizierst und durch konstruktive Alternativen ersetzt, bindest du die volle Kraft deines Unterbewusstseins mit ein und dann ist es bloß noch eine Frage der Zeit, bis du deine Ziele auch erreichst.

Der Erfolg ist nämlich gewiss, sobald die inneren Konflikte behoben sind, sobald deine Glaubenssätze mit deinen Zielen übereinstimmen!

Mein Tipp für dich: Unterschätze niemals die Kraft dieses geheimen Mechanismus. Es werden von mir weitere Artikel dazu folgen, denn Mentalcodes entscheiden in erster Linie über Erfolg und Fehlschlag. Sie können dick machen. Sie können schlank machen. Sie können stark, fit und gesund machen. Sie können krank machen. Sie können reich machen. Sie können arm machen. Nutze sie für deine Zwecke!

(Bildquelle: © rangizzz – Fotolia.com)