Kürzlich hielt ich mich ein paar Wochen im idyllischen Nordnorwegen auf, genoß Gerbirgs- und Fjordlandschaft, täglich frisch gefangenen Fisch, belebende Meeresluft und die berauschenden Klänge der Natur.

Einer Natur, die in weiten Teilen noch unberührt ist, in der Pflanzen- und Tierwelt blühen und gedeihen. In der Möven mir jeden Tag ein kostenfreies Morgenkonzert geben, Elche im Rudel an der Straße stehen und in der sich mir der faszinierende Anblick eines leibhaftigen Seeadlers bietet – zum ersten Mal überhaupt in meinem Leben, dass ich einem lebendigen Adler ins Antlitz blicken darf. Keine 10 Meter vom Boot entfernt schnappte er sich im Sturzflug einen noch betäubten Fisch.

Ein seltsamer Anblick, dieser erhabene Adler inmitten all der Möven. Er brachte mich ins Grübeln, hielt mir ein Spiegels vors Gesicht und verkörperte genau jenen Fitness-Mindset, den es braucht, um den eigenen Körper in Form zu bringen.

Fitness – Mehr als nur Körper!

Schon immer war ich der Meinung, dass Fitness Körper und Geist gleichermaßen betrifft und sogar in wesentlichem Maße vom Geist abhängig ist. Denn jeder Akt ist letztlich einer des Willens und um mit alten Gewohnheiten zu brechen und sich einen gesunden Traumkörper zu erarbeiten, musst du deine Komfortzone verlassen.

Wer sich charakterlich weiterentwickelt, begünstigt damit auch die Entwicklung des Körpers (und umgekehrt). Ein schwacher Geist hingegen, der noch voll von der Bequemlichkeit dominiert wird, vermag die Entwicklung des Körpers stark oder sogar vollständig auszubremsen!

Fitness ist also ein holistischer Reifeprozess, den Körper und Geist Hand in Hand beschreiten sollen.

Alles andere ist nicht von Dauer. Hohle Ästhetik macht ebenso anfällig und unglücklich wie ein ach so erhabener Geist in einem kranken Körper. Erst, wenn du beides gleichermaßen forderst, förderst und entwickelst, wie beispielsweise bei der Badass Challenge, kannst du dein Potential entfalten!

Das Schauspiel aus Adler und Möve verdeutlicht, worauf es ankommt, wohin die Reise geht, wenn neben dem Körper auch der Charakter reifen und gestärkt werden soll.

Denn auffallend waren für mich drei sehr deutliche und erhellende Unterschiede zwischen Seeadler und Möven, die sich so auch in unserem alltäglichen Leben widerspiegeln.

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#1 Die Ängstlichen bleiben auf der Strecke

Lang umkreisten die Möven das Boot, keine traute sich den Anfang zu machen, der Fisch war wohl noch zu nah.

Bei all meinen Norwegenaufenthalten fiel mir bisher auf, dass Möven erst dann wirklich in Fahrt kommen, wenn eine den Anfang macht. Bis dahin kreisen und gucken sie nur. Doch sobald sich eine traut, sobald eine den Fisch anpickt, stürmen auch die anderen urplötzlich auf die Beute los und versuchen noch etwas vom Kuchen abzubekommen.

Möven sind VORSICHTIG, ÄNGSTLICH und in gewisser Weise auch ABHÄNGIG von der Gruppe.

Ganz anders der Adler. Er drehte kaum zwei Runden; ehe er in den Sturzflug ging oder aber verschwand, weil keine Beute da ist. Er braucht keine Vorkoster! Er fackelt nicht lang, handelt ENTSCHLOSSEN und fliegt SELBSTSTÄNDIG seines Weges!

#2 Ein messerscharfer Fokus ist die Grundlage des Erfolgs

Möven verfehlen nicht selten ihr Ziel. Während meiner Angelausflüge habe ich oft beobachtet, dass ihnen ihre Beute entgleitet, weil sie nie ganz bei der Sache sind. Ständig richtet sich ihr Blick nach anderen Möven, die ihnen die Beute streitig machen könnten.

Sie sind BESORGT, NERVÖS und UNKONZENTRIERT – und lassen sich dadurch allzu oft ihr Ziel durch die Lappen gehen.

Der Adler dagegen fokussiert sich vollständig auf sein Ziel. Sein Kopf schlackert nicht umher auf der Suche nach möglichen Konkurrenten. Er hält seine Beute, sein Ziel, immer fest im Blick.

Sobald er in den Sturzflug geht, ist er wie ein Pfeil – keine unnötige Bewegung, kein Zögern und Zaudern mehr. Niemals würde ihm ein betäubter Fisch wieder aus den Krallen gleiten.

Adler sind KONZENTRIERT und PRÄZISE.

#3 Zieh‘ dein Ding durch – nur Narren reagieren

Die Präsenz des Adlers nahm ich zunächst gar nicht visuell wahr, denn ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet und entsprechend auch nicht Ausschau gehalten. Vielmehr spürte ich seine Anwesenheit dadurch, dass plötzlich helle Aufregung unter den Möven herrschte.

Sobald der Adler kommt, ändert sich die gesamte Geräuschkulisse. Die Möven flogen aufgeregt kreischend und chaotisch durch die Gegend, versuchten den Adler sogar zu bedrängen.

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Wirklich faszinierend dabei war aber, dass sich der Adler überhaupt nicht aus der Ruhe bringen oder von den Möven in irgendeiner sichtbaren Weise irritieren ließ. Er zog sein Ding durch und den Möven blieb letztlich nur die kreischende Klage, nachdem der Adler ihnen die Beute vor der Nase wegschnappte.

Adler AGIEREN, während Möven nur REAGIEREN – sie haben das Nachsehen.

Diese harte Frage muss jeder für sich beantworten…

Es läuft auf eine simple Frage hinaus: Was bist du – Adler oder Möve?

Hand aufs Herz: Ich sehe sehr viele Möven, aber nur sehr wenige Adler in unserer Gesellschaft. Das betrifft übrigens vor allem diejenigen, die an ihrem Körper verzagen.

Glücklicherweise lässt sich das ändern! Wenn du dich nach ehrlicher Selbstreflektion (Kennst du den alten Gym-Spruch? Gib Dein Ego an der Tür ab! Allzu oft hindert es uns daran, hilfreiche und notwendige Einsichten zu gewinnen) eher zu den Möven zählst, dann lasse dich vom Adler inspirieren:

  • AGIEREN, NICHT REAGIEREN: Wenn du dich entschließt, deinen Körper zu transformieren, ein Trainingsprogramm durchzuziehen, neue Ernährungsregeln einzuhalten, dich mehr bewegen, wirst du, das kann ich dir versprechen, von außen förmlich bombardiert mit Verbesserungsratschlägen. Alles und jeder meint es besser zu wissen… aber wenn du etwas erreichen willst, musst du lernen, dein Ding durchzuziehen und nicht auf jede Windböe zu reagieren, die dich in eine andere Richtung drücken will!
  • KONZENTRATION: Sie ist in zweierlei Hinsicht bedeutend.
    Erstens solltest du auf DICH schauen. Es bringt nichts, dich ständig mit anderen zu vergleichen, denn solche Vergleiche hinken IMMER. Niemand kann jemals das ganze Bild betrachten, jeder hat eigene Stärken und Schwächen. Mancher nimmt eben schneller ab oder baut schneller Muskeln auf. Das macht denjenigen nicht besser, es sind nur ganz einfach andere Rahmenbedingungen. Das ständige Vergleichen verursacht nichts als falsche, aufgeblähte Egos auf der einen und Minderwertigkeitskomplexe auf der anderen Seite – beides ist ungesund und bringt dich deinem Ziel nicht näher! Wenn du jedoch nur auf dich schaust, gibt es keinen Grund für Hektik. Tu‘ geduldig das, was getan werden muss und irgendwann wird es sich auszahlen.
    Zweitens ist Konzentration auch ein Schlüssel, um progressiv trainieren zu können. Nur, wer mit Herz und Verstand voll bei der Sache ist, kann seinen Körper beständig so fordern, dass sich die Grenzen der Leistungsfähigkeit verschiebe! Jedes Workout verdient und Bedarf möglichst großer Aufmerksamkeit, dann wird sich dein Körper auch weiterentwickeln UND dabei gesund bleiben.
  • ENTSCHLOSSEN UND SELBSTÄNDIG: Um fit zu werden und deinen Körper zu transformieren, ist das richtige Know-How sicher eine Grundvoraussetzung, damit es funktionieren kann. Daher ist es natürlich ratsam, sich entsprechend zu belesen. Gute Fitness-Bücher helfen, ebenso fundierte Artikel, wie du sie hier auf dieser und vergleichbaren Seiten frei zugänglich findest. Aber Wissen hat seine Grenzen! Am Ende zählt nicht, was du denkst oder weißt, sondern nur das, was du tust, wie du dein Wissen anwendest! Dabei bist du, sofern du dir keinen Coach leisten kann/willst, auf dich allein gestellt.
    Nun gilt es, das Wissen selbstständig umzusetzen. Lösungen zu finden, die für DICH funktionieren und in DEIN Leben passen. Viele lassen sich von der Angst lähmen, etwas „falsch“ zu machen – aber die Ängstlichen bleiben auf der Strecke. Trau‘ dich! Dabei kannst du nur gewinnen. Ein theoretisches Optimum gibt es ohnehin nicht und langfristig kommt es vor allem darauf an, Erfahrungen zu sammeln und aus ihnen zu lernen. Lass‘ dich ruhig inspirieren, aber suche, finde und beschreite DEINEN Weg.
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Eines möchte ich zum Schluss noch festhalten: Die Realität besteht natürlich nicht nur aus schwarz und weiß. Fakt ist, dass jeder ein bisschen Adler und ein bisschen Möve in sich trägt. Entscheidend ist hier nur die Frage, in welche Richtung du dich ENTWICKELN möchtest. Adler oder Möve?

(Quelle erstes Bild: © vitaliy_melnik – fotolia.com)